Noch immer ist es für uns nicht ganz einfach, ein Video zu schneiden und danach auf Youtube hochzuladen. Das kostet Nerven und kann nur mit einem Gläschen guten Rotweins gemeistert werden… Aber es ist geschafft, ab sofort steht das Video auf unserem Kanal bereit.
Anfang Juli war es soweit, einige der „Kultfahrzeuge“ machten sich auf, sich im Teutoburger Wald zu treffen. Auch wir waren mit von der Partie und schon sehr neugierig, mal andere Omanis kennenzulernen.
s’Kischdle bei der Mühle
Bereits am Vortag trafen wir bei der Oeynhauser Mühle ein, denn deren Betreiber, Corinna und Roland, sind gute Bekannte von uns und wir freuten uns auf ein Wiedersehen. Außerdem wollten wir sehen, was die beiden zusammen mit Sebastian auf die Beine gestellt haben, denn die Familie lebt erst seit März letzten Jahres hier – und sie mussten sehr viel um- und anbauen! Unglaublich, was sie in so kurzer Zeit schon bewerkstelligt haben. Zum ökologischen Umbau der Hauptwohnung kamen die Einrichtung von zwei Ferienwohnungen und vor allem der Umbau des Getreidesilos in eine beeindruckende Wollmanufaktur. Viel Arbeit hat sicher auch die Anlage des „Kräuternests“ gekostet, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn es noch lange nicht fertig ist.
16 Omans und zwei „Außenseiter“
Am nächsten Tag trafen nach und nach die verschiedenen Omans ein. Zur Freude von uns Campern durften wir auf einer idyllischen Wiese der Mühle unsere Fahrzeuge aufstellen und hatten so eine prima Gelegenheit, auch mit gebührendem Corona-Abstand, uns und die verschiedenen Camper kennenzulernen. Das Wetter spielte mit, so dass der Abend mit Lagerfeuer, grillen und zusammensitzen bestens verlief.
Das Programm, das Achim zusammengestellt hatte, war vielfältig. Der nächste Morgen führte uns zunächst nach Altenbeken, wo unsere Aufsehen erregende Kolonne aus 16 Omans (und einem „Außenseiter“) richtig fotogen durch das Eisenbahnviadukt fuhr. In Detmold besuchten wir dann das Westfälisch-Lippische Freilichtmuseum, das auf einem sehr weitläufigen Gelände viel Sehenswertes aus der örtlichen Vergangenheit bietet. Vor allem die tollen Fachwerkhäuser haben uns beeindruckt.
Petite Provence in Fromhausen
Hermann, der Cherusker
Was wäre eine Reise in den Teutoburger Wald, ohne Hermann, den Cherusker, gesehen zu haben? Nach dem Freiluftmuseum bot sich die Gelegenheit, entweder das Hermannsdenkmal oder die Externsteine zu besuchen. Da wir schon gestern bei „Hermann“ waren, entschieden wir uns für die Externsteine, eine markante Sandstein-Felsformation, die als eine herausragende Natursehenswürdigkeit gilt und unter Natur- und Denkmalschutz steht. Am Tag zuvor hatten wir auch noch die Lavendelfelder in Fromhausen besucht. Mehr als 50.000 Lavendelpflanzen gedeihen dort in Bioqualität und verleihen dem Ort mediterranen Flair, die Bewohner sprechen auch von „Petit Provence“.
Alte Funkstation auf dem Bilster Berg
Auf dem Bilster Berg treffen sich an den Wochenenden rennbegeisterte Motorradfahrer, doch wir genießen am Abend dort oben die hervorragende Gastronomie ohne Rennatmosphäre. Auf der Terrasse wurde uns ein sehr leckeres BBQ zubereitet und das Buffet ließ keine Wünsche offen. Der einzige Wermutstropfen war der Fußweg von unserer Campingwiese bis zum Restaurant: es waren nicht nur zwei, sondern ca. vier Kilometer und das Ganze nach dem Essen wieder zurück, da wenigstens nur noch bergab…
Externsteine
Zum Abschluss unseres Treffens durften wir noch die Wollmanufaktur der Oeynhauser Mühle besichtigen. Roland, der Mühlenbesitzer, erklärte uns staunenden Besuchern, was aus dem alten Getreidesilo entstand und wie er nachhaltige Wollprodukte erschafft. Ganz ohne Einsatz von Chemie mit Schafwolle, die sonst weggeworfen werden müsste, weil die Herden zu klein sind, um die Wolle wirtschaftlich zu verwerten. Wie es in der Manufaktur genau vorgeht, hat unser Karlos für seine Freunde hier schon erzählt.
Omanbegegnung unterwegs nahe Karlsruhe
Nach und nach verabschiedeten sich nun Oman um Oman und als eine der letzten fuhren auch wir wieder in Richtung Heimat. Aber wir nahmen uns viel Zeit und ließen uns durch Sauerland und Westerwald treiben und mieden dabei jede Autobahn. In der Nähe von Karlsruhe begegnete uns dann sogar noch ein Oman, der jedoch nicht auf dem Treffen gewesen war. Vielleicht ist er ja beim nächsten Mal dabei!
Und wenn ich nicht entnervt aufgebe, werde ich demnächst auch wieder ein kurzes Video unseres Treffens hier veröffentlichen…
Galerie des Omantreffens
Die Omans sind eingetrudelt und haben sich auf der Wiese eingerichtetDas Lagerfeuer qualmt schonAuf dem Grill wird es manchmal engBuntes Salatbuffetmediterraner Pastasalatbunter SommersalatEin Oman kommt selten alleinAuf geht’s nach DetmoldDer Parkplatz ist mit Omans gefülltSogar Fußabstreifer gibt es
Ich muss euch jetzt mal erzählen, was wir neulich in der Oeynhauser Mühle erlebt haben. Das war nämlich total interessant. Wusstet ihr, wie man Wolle macht? Also das, womit man Socken und Pullover stricken kann?
Ich bin Karlos
Bei Roland, dem Mühlenbesitzer, durfte ich mir anschauen, wie man aus dem Fell von Schafen richtig schöne Wolle macht.
Die müssten auch mal zum Friseur!
Weil das Fell der Schafe immer wächst, so wie unsere Haare auch, müssen sie ab und zu zum „Schaf-Friseur“, der dann den Pelz abschneidet. Aber keine Sorge, die Haare wachsen ja wieder nach. Das geschorene Fell wird dann zu Roland in die Mühle gebracht, wo es zunächst aufgelockert und dann gewaschen werden muss. Roland macht das ganz sanft in einer richtigen Waschanlage und nimmt nur natürliche Seife, ganz ohne Chemie. Und zum Schluss wird sogar noch geschleudert!
Nun muss die gewaschene Rohwolle getrocknet werden, was bei gutem Wetter draußen in der Sonne am besten funktioniert. Doch die gewaschene Wolle kann so noch nicht weiter genutzt werden, sie muss nämlich noch gekämmt werden. Das nennt man kardieren. In einer großen Maschine werden die einzelnen Wollfasern zu ganz tollen, weichen Matten kardiert. Das hat mir super gut gefallen, denn die sind sagenhaft weich!
Aus dieser kardierten Wolle könnte man jetzt Wollfäden spinnen, mit denen dann man stricken kann. Aber Roland strickt nicht, er stellt Filz her. Ich konnte mir gar nicht richtig vorstellen, was das ist, aber nun bin ich schlauer. Die kardierten Wollmatten werden nämlich durch eine weitere Maschine geschickt, die mit ganz vielen Nadeln die duftig weichen Matten zusammenpresst. Wenn man das drei Mal macht, entsteht eine feste Matte aus reiner Wolle, aus der viele praktische Sachen gemacht werden können.
Roland hat in seiner Wollmanufaktur ein Studio eingerichtet, in dem er mit Industrienähmaschinen alle Teile, die er auch verkauft, selber herstellen kann. Also wenn ihr mal in der Nähe seid, müsst ihr unbedingt bei Roland vorbei schauen, er freut sich immer auf Besuch und zeigt jedem gerne die Wollmanufaktur – und vielleicht könnt ihr sogar zuschauen, wie er Filz macht oder Wolle wäscht!